03.10.2018

ganz schön clever

Nachdem wir letzten Abend bei Freunden versucht haben “mal eben” Gaia Projekt zu spielen und das nicht klappte, da das Spiel einfach zu langwierig für so einen Abend ist, habe ich mich umgeschaut und “ganz schön clever” von Wolfgang Warsch gefunden (erschienen in der “klein & fein”- Serie bei Schmidt Spiele).

“Ganz schön clever” ist ein Würfelspiel, ähnlich wie zum Beispiel Kniffel. Ein Spieler würfelt mit 6 Würfeln und sucht sich davon dann einen aus, den er auf seinem Block einträgt. Hier ist es wichtig zu gucken, dass man nicht direkt den höchsten Würfel nimmt, da alle niedrigeren auf das Silbertablett gelegt werden müssen und dem aktiven Spieler nicht mehr für seine weiteren Würfe zu Verfügung stehen. Der aktive Spieler kann bis zu dreimal würfeln und jeweils einen Würfel nutzen und aufschreiben. Alle restlichen Würfel landen auf dem Silbertablett und werden den passiven Spieler serviert. Sie können sich dann einen davon auswählen und auf ihrem Block eintragen. Hier kann auch ein Würfel von mehreren Spieler genutzt werden.

Wie trägt man jetzt was auf seinem Block ein? Das funktioniert wie folgt:

Es gibt Würfel in den Farben gelb, blau, grün, orange und lila und es gibt farblich entsprechende Felder auf dem Block, den jeder am Anfang des Spiels bekommt. Zuerst trägt man hier die aktive Runde ein und kringelt sich einen möglichen Rundenbonus ein. Zurück zu den Farbfeldern, denn sie haben verschiedene Mechaniken:

Im gelben Feld gibt es die Zahlen 1-6 jeweils zweimal und man kann hier mit dem gelben (oder weißen) Würfel die Zahlen wegkreuzen. Es sollte versucht werden, für Siegpunkte, die Spalten vollständig zu bekommen und für Boni die Zeilen oder die Diagonale komplett anzukreuzen.

Im blauen Feld verhält es sich ähnlich wie im gelben: Man streicht seinen Würfelwurf mit einem Kreuz weg. Das besondere an blau ist, dass hier immer der blaue und weiße Würfel addiert werden. Man bekommt für die Anzahl an Kreuzen festgelegte Siegpunkte (je mehr Kreuze, desto mehr Siegpunkte). Es ist gleich wo die Würfel liegen, sie müssen immer addiert werden (wenn man plant ein blaues kreuz zu machen). Im blauen Feld gibt es Zahlen von 2 bis 12 und komplette Spalten und Zeilen bringen wieder Boni.

Beim Grünen (wie bei den Feldern lila und orange) muss man immer links anfangen und darf keine Felder auslassen. Bei Grün steht in jedem Feld, was man erwürfelt haben muss, um es wegkreuzen zu können. Im ersten Feld steht zum Beispiel “=/> 1” (gleich/größer als 1), im zweiten "=/>2" und so weiter. Lila, grün und orange haben zum Ende der Reihen auch interessante Boni, die es zu erspielen gilt.

In der orangen Reihe trägt man einfach die Augenzahl des orangen Würfel(weißen Würfel) ein und manchmal gibt es Felder,  in denen “x2” steht, hier nimmt man die einzutragende Zahl mal zwei.

In der lila Reihe trägt man auch Zahlen ein und muss immer eine höhere als die zuvor Eingetragende nutzen. Das heißt, wenn ich zum Beispiel im ersten Feld eine 4 eingetragen habe, muss ich in das Nächste mindestens eine 5 (würfeln und) eintragen (bei einer eingetragenden 6 darf man danach von vorne beginnen). Die bei Lila und Orange eingetragenden Zahlen sind auch gleichzeitig die Siegpunkte dieser Felder. Bei grün stehen die Siegpunkte über den anzukreuzenden Feldern. Man bekommt am Ende die Punkte, die über dem letzten angekreuzten grünen Feld stehen.

Der weiße Würfel ist ein Joker. Er kann als beliebige Farbe benutzt werden (außer blau, da er mit dem blauen Würfel immer addiert werden muss; doch dürfte man auch den weißen Würfel auswählen, wenn man ein blaues Kreuz machen wollen würde).

Der Clou bei diesem Spiel ist, dass man versucht durch erspielen der verschiedenen Boni (wie zum Beispiel ein extra Kreuz bei blau oder eine 6 bei lila) weitere Boni bekommt und sich so immer weiter nach vorne katapultiert. So sitzt man dann vielleicht etwas länger vor seinen Würfeln und grübelt kurz was man nehmen soll und welches Kreuz welchen Bonus bringen könnte und wie es danach weitergeht. Es sollte angestrebt werden so viele Felder wie möglich anzukreuzen bzw. Zahlen einzutragen, da man so die meisten Punkte und Boni machen kann. Natürlich sind bei Lila und Orange auch die Zahlen entscheidend aber je weiter man mit den Feldern kommt, desto mehr Boni können erreicht werden. So könnte es sein, dass man durch ein gelbes kreuz eine orangene Zahl als Bonus eintragen könnte und diese Zahl bringt einem einen weiteren Bonus usw.

Insgesamt ein sehr gelungenes “Familien-Kenner-Spiel”. Es ist nicht ganz einfach, sollte aber jedem Spaß bringen. Also guckt es euch an.